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Warum ein Coaching? Warum schaffe ich das nicht alleine?

Ich erinnere mich noch gut an eine Sitzung mit meiner Coachin. Ich bin auf einmal im Gespräch auf eine für mich sehr wichtige Erkenntnis gestoßen – und sagte spontan: dass ich da nicht alleine draufgekommen bin, dass ich da Ihre Hilfe gebraucht habe. Meine Coachin lächelte und sagte: Sie sind doch alleine draufgekommen. Gerade eben.

Das erklärt eigentlich schon ganz gut, wozu ein Coaching gut ist. Ein Coach ist ein Sparringspartner. Eine neutrale Instanz. Einer, der den Spiegel vorhält. Einer, der keine eigenen Interessen hat, sondern aus einer Außenposition erst einmal ganz viel zuhört, gute Fragen stellt und dann gemeinsam mit dem Klienten zum Beispiel Ideen entwickelt.

Warum ist dieses „neutral“ so wichtig? Natürlich kann es auch im Freundeskreis gute Zuhörer*innen geben. Klar. Gleichzeitig ist die gute Freundin, der gute Freund meist auch Partei. Sie/er sieht den Chef oder die Partnerin aus der Warte des Freundes – dem ich wünsche, dass alles sich bald wieder besser anfühlt.

Dann kommen gerne Sätze wie „mir hat damals geholfen“ oder „ich kenne da einen guten Rechtsberater“ oder „probier doch mal….“. Alles gut gemeint, aber oft nicht zielführend.

Ich darf als Coach mehr als der gute Freund. Ich kann auch die unangenehmen Fragen stellen ohne um die Freundschaft fürchten zu müssen. Ich kann auch Zusammenhänge besser erklären. Oft braucht es ein Verstehen der Situation (was passiert da eigentlich gerade bei mir?), um dann das eigene Verhalten reflektieren zu können und schließlich zu überlegen: welche Möglichkeiten habe ich eigentlich?

Sehr spannend ist für mich immer der Augenblick, wenn der Klient*in klar wird: ich habe mehr Optionen als ich bisher dachte. Es gibt nicht nur entweder oder. Es gibt vielleicht auch ein erst das und dann das. Oder ein: keines von beiden.
Und die Basis von allem: zu verstehen, worin mein Anteil liegt, dass ich vielleicht aus einer Situation nicht herauskomme.

Wir Menschen sehen bei anderen oft sehr klar, wie sie sich selbst verhalten sollten. Geht es aber um uns, dann haben wir alle unsere blinden Flecken und oft genug sehen wir auch gar nicht ein, warum wir uns verändern sollten. Soll doch der andere endlich anders sein. Dann wäre alles besser. Auch ich hatte diese Sichtweise vor vielen Jahren. Wozu meine Coachin den schönen Satz sagte: so funktioniert das aber nicht.

Übrigens apropos blinde Flecken: bis heute habe ich meine regelmäßige Supervision. Das bedeutet, dass auch ich als Coach und Trainer mein Handeln reflektiere und im Austausch dazu den externen Sparringspartner benötige. Anders geht’s nicht.

Es ist erstaunlich, wie lange wir Menschen in der Lage sind, an bewährtem festzuhalten, obwohl wir spüren, dass es uns nicht gut tut. Was wir kennen, das ist uns vertraut. Die Lösung dagegen ist nicht nur neu, sie ist auch unbekannt. Unbekanntes Terrain und Veränderungen machen bewusst oder unbewusst Angst.

Daher sage ich im Kennenlerngespräch auch gerne den Satz: Probieren Sie das Coaching (und/oder eine Aufstellung doch einfach mal aus.
So weitermachen wie bisher können Sie ja immer noch.

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